Mittwoch, 15. August 2012

Ling, Vandyke und TOTO

Da war es nun endlich...das lang erwartete Toto-Konzert.
Ich war mir nicht sicher, was mich erwartet. Schließlich existiert die Band ja "eigentlich seit 2008 nicht mehr.
Dazu kommt, dass es unzählige schlechte Beispiele, ehemaliger Top-Bands gibt, die außer ihrem Namen, nicht mehr viel mit dem Original zu tun haben.
Nun, wie ist die Situation bei Toto?

Der leider viel zu früh verstorbene Drummer Jeff Pocaro, wurde bereits 1992 durch Simon Phillips ersetzt. Da Phillips ohne Zweifel, einer der Weltbesten Schlagzeuger ist und er immerhin seit 20 Jahren den Sound der Band mitgestaltet, gibt es hier wohl keinen Anlass zur Sorge.

Bassist Mike Pocaro ist an ALS erkrankt und wird von Nathan East, immerhin der etatmäßige Bassmann der Eric Clapton-Band, würdig vertreten.


Aber was ist mit dem Gesang?  So sehr war der Sound von Toto für mich, mit der kraftvollen Stimme von Bobby Kimball verknüpft, dass ich doch etwas skeptisch war.
Joseph Williams sollte aber all meine Zweifel zerstreuen.
Erstens war er ja bereits von 1986-89 Leadsänger der Band und daher kein Unbekannter. Zweitens hat er als Sohn des Komponisten John Williams, der ja bekanntlich die Musik zu Star Wars schuf, bei mir sowieso einen Sympathiebonus.


Also auf zur Parkbühne. Eine wirklich schöne Location, im Clara-Zetkin-Park, in Leipzig.
Das Warten auf den Hauptact, wurde der Ling, mir und den anderen 2500 Gästen, mit der Band "Hartmann" versüßt.
Eine sehr zu empfehlende melodic-Rock-Band, die bereits 2007 die Europa-Tour von Toto begleitete.
Nach einer kurzen Umbauphase, ging es dann um 19:45 unter lautem Jubel des Publikums los.
Um es vorweg zu nehmen. Es gibt 3 Worte, die dieses Konzert am besten beschreiben...

Spielfreude
Virtuosität
         ...und Gänsehaut!

Völlig egal, dass Steve Pocaro an seinen Keyboards, eher wie ein Mathelehrer, als ein Rockstar wirkte.
Auch mein anfängliches Schmunzeln, über David Paich am Piano, der mich mit seinem Zylinder und der Körperfülle, etwas an Danny Devito in Batman erinnerte, verflüchtigte sich, als er die ersten Töne anspielte.


Tja Steve Lukather...
Was soll ich über einen Gitarristen schreiben, der einer der Gründe ist, weshalb ich selbst die Saiten quäle und der in der gleichen Liga wie Eric Clapton, oder Jeff Beck anzusiedeln ist?
Ich will hier einfach nur sagen, er hat meine Meinung wieder voll und ganz bestätigt.
Ebenso perfekt, wie sympathisch, das galt übrigens für alle, die auf der Bühne standen, sorgte er für einen gelungenen Abend.


Nicht vergessen will ich Backgroundsängerin Jenny Douglas. Eine echte Powerstimme, die bei "Hold the line" zusammen mit Joseph Williams auch den Hauptgesang übernahm. Ein echter Ohrenschmaus.

Wollen wir hoffen, das Toto, diese nunmehr seit 2 Jahren dauernde "Abschiedstour", die ins Leben gerufen wurde, um den erkrankten Mike Pocaro, finanziell zu unterstützen, noch möglichst lange ausdehnt.
Ja und vielleicht, sorgt die offensichtliche Spielfreude der "älteren Herren" ja doch dafür, dass es nochmal ein Album dieser Ausnahmemusiker gibt.


Nach 2 Stunden, gingen die Ling und ich, glückselig und mit diesem typischen Dröhnen auf den Ohren nach Haus.
Der Weg durch den Park, zum Auto bescherte uns nochmal eine tolle Atmosphäre. Einige hundert Leute, die entweder keine Karten mehr bekommen haben, oder auch einfach keine gekauft hatten, verwandelten den Park in eine große, friedliche Partylocation.
Überall sah man kleinere Gruppen auf Decken, oder Campingstühlen. Bier und Wein flossen in Strömen. Ja manche hatten sogar einen Grill mitgebracht.

Falls ihr mal die Möglichkeit habt, ein Konzert in der Parkbühne ist sehr zu empfehlen. Wenn es dann noch Toto ist, umso mehr!
In diesem Sinne...

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